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Freisinnige Zeitung, 29. September 1888

Zur Entdeckung des Londoner Mörders hat sich im Ostend von London ein Wachausschuß gebildet, der zwar gewacht, aber bis jetzt nichts entdeckt hat. Selbstverständlich glaubt man jetzt überall, wo Blut fließt, den Stahl des Whitechapel-Mörders zu entdecken. Am Morgen des 20. September ward ein Frauenzimmer nach dem St. George’s Hospital geschafft, welches blutig in Down Street bei Picadilly lag. Bald wurde erzählt, daß ihr fast der Kopf vom Rumpfe getrennt worden, bei näherer Erkundigung aber stellte sich heraus, daß sie bei einem Streite einen etwas kräftigen Nasenstüber erhalten hatte, der das betreffende Organ zum Bluten veranlaßte. Der Deutsche Karl Ludwig, der vorläufig des Mordes der Chapman verdächtig ist, heißt nunmehr schon Weitzel. Des Wirt des Gasthauses zur Krone in Finsbury stellt ihm ein sehr schlechtes Zeugnis aus; er soll früher Gehilfe eines Arztes in der deutschen Armee gewesen sein, habe diesem bei anatomischen Arbeiten geholfen und sich auf diese Weise gewisse anatomische Kenntnisse erworben. In letzter Zeit habe er ungewöhnlich gut gekleidet ausgesehen. Was die anatomischen Kenntnisse anlangt, so hat der Wirt davon vielleicht nur in den Berichten über die Leichenschau gelesen.

 

Thomas Schachner
(Dokument zuletzt bearbeitet am 19.11.06)






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